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Education

Unleserliche Schrift spielerisch verbessern

09. April 2020

Was macht eine leserliche Schrift aus? Hierfür zählt nicht, dass die Buchstaben aussehen wie gedruckt, sondern dass jeder Buchstabe gut erkennbar ist.

Vom ersten Wort zur leserlichen Schrift

Wenn Kinder anfangen zu schreiben, sehen die Buchstaben, ähnlich wie die ersten Schritte eines Kindes, noch recht wackelig aus. Damit das Geschriebene aber für jeden lesbar ist, werden neu gelernte Buchstaben immer wieder in die vorgegebenen Zeilen übertragen und sollen dabei möglichst aussehen wie die gedruckte Vorlage. Dieses Abzeichnen ist im ersten Schritt für Kinder wichtig, um das Aussehen und die Größenverhältnisse der Buchstaben kennenzulernen. Wenn es allerdings ans wirkliche Schreiben geht, sollte der Fokus nicht auf der perfekten Form liegen, sondern auf der Lesbarkeit.

 
 
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Wo liegt der Unterschied zwischen formschön und lesbar?

Eine lesbare Schrift zeichnet sich dadurch aus, dass Buchstaben auch von Dritten eindeutig und schnell erkannt, d. h. gelesen werden können. Das ist dann möglich, wenn die ausschlaggebenden Charakteristika eines Buchstabens eingehalten werden. Ein Beispiel: Ein E besteht aus einem langen Strich mit drei kürzeren Strichen quer dazu, die oben, mittig und unten ansetzen. Das sind die Charakteristika des Buchstabens E; wenn diese eingehalten werden, ist der Buchstabe auch lesbar, wenn der mittlere Querstrich etwas nach oben oder unten rutscht oder die Querstriche nicht perfekt bündig am langen Strich stehen. Dies sind individuelle Toleranzbereiche, welche sich in jeder Erwachsenenschrift finden und am Ende die persönliche Handschrift ausmachen. Deshalb sollte diese Entwicklung bei Kindern nicht unterbunden werden, auch wenn die Schrift per Definition vielleicht nicht perfekt ist. Vielmehr gilt es, dem Kind verständlich zu machen, wann ein Buchstabe lesbar und erkennbar ist und wann nicht mehr. So wird ein E mit nur zwei Querstrichen leicht zum F.

Die Grundformen der Buchstaben als Hilfestellung: das Tast-Abc

Sind die Grundformen und die Charakteristika der Buchstaben verinnerlicht, ist die Basis für eine lesbare, automatisierte Schrift gelegt. Durch spielerische Übungen, in denen die Kinder lernen die Formen von Buchstaben zu verinnerlichen, wird eine leserliche Handschrift gefördert. Für das Tast-Abc Spiel aus unserem Video, zeichnen die Kinder zunächst einzelne Buchstaben des Abcs auf unterschiedliche Materialien. Die Buchstaben können aus den fünf Grundformen der Buchstaben gelegt und nachgefahren werden. Als Materialien sind z.B. Sandpapier, Karton und Stoff gut geeignet. Anschließend werden die Buchstaben ausgeschnitten. So setzen sich die Kinder bereits vor Beginn des eigentlichen Spieles mit den Buchstabenformen auseinander. Nun wird das fertige Tast-ABC mit einem Tuch abgedeckt und abwechselnd werden Buchstaben darunter ausgewählt, abgetastet und benannt. Anschließend zeigen die Kinder ihren Buchstaben allen anderen Mitspielern. Stimmt die Antwort? Wenn ja, woran wurde der Buchstabe erkannt, wenn nein, woran kann er beim nächsten mal erkannt werden? Die Formen der Buchstaben werden durch den Einsatz der Sinne sehr gut verinnerlicht und prägen sich ein. Das hilft beim Schreiben!

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